Offenbarung 11,2-8

Dez 19

Heutige Bibellese:

Esther 4,1-7,10 / Offenbarung 11,1-19 / Psalm 138,1-8 / Sprüche 30,5-6


Die zwei Zeugen, die vor dem Herrn der Erde (d.h. Jesus Christus) ste­hen und Zeugnis geben, sind mit Sacktuch bekleidet, dem Zeichen der Trauer über den Zustand des Volkes (das geistlich mit Sodom verglichen wird, V.8) und gleichzeitig ein Hinweis auf den Ernst ihrer Botschaft und die Notwendigkeit der Buße (Joe 1,13; Jon 3,6-10). Ihre Bezeichnung als „Ölbäume“ weist auf Sach 4,14 hin: „Dies sind die beiden Gesalbten [wörtl.: Söhne des Öls], die bei dem Herrn der ganzen Erde stehen.“ Gemeint sind der Hohepriester Josua und Serubbabel (ein Bild für den König, da er von David abstammt). Diese zwei Zeugen bezeugen also gemäß Sach 6,13 die königliche und priesterliche Würde des Messias während dessen Abwesenheit. Sie treten in Jerusalem auf (V.2.8), d.h. in der Stadt, zu der Er wiederkommen (Sach 14,4) und in der Er als Priesterkönig regieren wird!

Die Macht, mit der die Zeugen auftreten, erinnert an Elia und Mose (2.Kö 1,10.12; 4.Mo 16,35: Feuer vom Himmel verzehrt die Feinde; 1.Kö 17,1; Jak 5,17: Kein Regen für dreieinhalb (!) Jahre; 2.Mo 7,14-15: Wasser zu Blut). Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Mose und Elia buchstäblich wieder auf der Erde erscheinen. Möglicherweise treten die Zeugen nur im Geist und in der Kraft des Elia und Mose auf und erfüllen dadurch Mal 3,22-24 (vgl. Lk 1,17; Mt 11,14).

Dreieinhalb Jahre lang sind diese Zeugen unantastbar (V.5), doch dann ist ihr Zeugnis vollendet. Das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt (vgl. 17,8), ist der Alleinherrscher des Römischen Reiches (vgl. 13,1-10). Dieses Tier wird mit Israel einen Bund schließen (Dan 9,27) und deshalb auch auf Israel Einfluss ausüben. Es wird die zwei Zeugen töten – doch wenn der Herr kommt, wird Er das Tier vernichten (19,20). Der scheinbare Sieg des Tieres währt nur kurze Zeit.


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