Hiob 4-5

Jan 26

Heutige Bibellese:

Hiob 4,1-7,21 / Matthäus 17,10-27 / Psalm 22,15-32 / Sprüche 5,20-23


Als erster von Hiobs Freunden ergreift Elifas, der Temaniter, das Wort. Die Worte der Freunde sind weder tröstend noch ermutigend, sondern vorwurfsvoll und entmutigend. Scheinbar haben sie sich vor ihrem Besuch bei Hiob untereinander beraten, denn Elifas schließt seine erste Rede mit folgenden Worten ab:

Siehe, dies haben wir erforscht, so ist es. Höre es doch, und merke du es dir! (Hiob 5,27)

Vielleicht war Elifas als erster Sprecher ausgewählt worden, weil er zuvor einen merkwürdigen Traum hatte (4,12-16). Elifas beschreibt diesen Traum als beunruhigend (V.13-15). In diesem Traum sah er einen Geist (das mit „Hauch“ übersetzte hebräische Wort kann sowohl Geist als auch Wind, Hauch bedeuten; V.15). Spätestens die Worte des Geistes zeigen, dass es sich nicht um den Heiligen Geist, sondern einen bösen Geist handelte (V.17ff). Die scheinbare Frömmigkeit, mit der der böse Geist auftritt, darf nicht über seine wahre Quelle hinwegtäuschen. Er ist ein Diener Satans, der sich selbst als Engel des Lichts darstellt und seine Diener in Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit auftreten lässt (2.Kor 11,14-15).

Die Worte des Geistes enthalten viel Wahres, verschweigen aber das Wesentliche. In den Versen 17-21 fehlt jeder Hinweis auf Gottes Gnade und Liebe. Keine Erwähnung davon, dass Gott die Menschen in seinem Bild geschaffen hat (1.Mo 1,26). Stattdessen werden die Menschen mit Lehmhütten verglichen, die wieder zu Staub werden (V.19). Dass die Menschen auf ewig umkommen (V.20) stimmt nicht – alle Glaubenden werden ewig leben, was der Heilige Geist natürlich gewusst hätte. Der böse Geist vermeidet es auch, Sünde beim Namen zu nennen. Stattdessen umschreibt er die Sünde, die zum Fall der Engel führte, als „Irrtum“ (V.18).

Falsche Geister gab es nicht nur zur Zeit Hiobs. Deshalb werden auch wir ermahnt:

Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen. (1.Joh 4,1)