Rut 3

Mai 18

Heutige Bibellese:

Rut 3,1-4,22 / Johannes 10,1-21 / Psalm 115,1-18 / Sprüche 15,11


Noomi hat wieder Hoffnung und kann sich jetzt um das Wohl anderer Menschen, hier ihrer Schwiegertochter, kümmern. Menschen brauchen keine vergänglichen materiellen Sicherheiten (vgl. das Gleichnis vom reichen Kornbauern, Lk 12,16-21), sondern einen Platz zum Ausruhen, damit es ihnen wirklich gut geht. Nicht umsonst hat uns Gott den Sabbat verordnet und die Sabbatheiligung in die Gebote aufgenommen (2.Mo 35,2). Allerdings sagt die Bibel auch, dass wir hier auf dieser Erde nie wirklich zur Ruhe kommen. In der Sabbatruhe dürfen die Menschen aber erahnen, wie es später in der neuen Welt sein wird, wenn wir bei Jesus völlig und endgültig zur Ruhe kommen (vgl. Mt 11,28-29). Vorbildlich für uns sind der Eifer und die Sorgfalt, mit denen Noomi ihre Pläne schmiedet, um Rut zur Ruhe zu führen. Da stellt sich uns die Frage, ob es uns auch so wichtig ist, andere Menschen, die Jesus noch nicht kennen, zu diesem Ruheplatz zu führen.

In der damaligen Zeit waren Ruhe und Sicherheit für eine Frau in der Ehe zu finden; Noomi sagt also in V.1, dass sie für Rut einen Mann finden will, der sie (wieder) heiratet.

Boas hatte durch sein großzügiges Handeln an Rut und Noomi seine Wohlgesonnenheit ihnen gegenüber gezeigt. Als Verwandter kommt er als Löser in Frage, so dass Noomi keine Bedenken hat, einen Plan zu entwickeln, wie sie Boas und Rut verkuppeln kann. Rut ist bereit, alles zu tun was Noomi wünscht, auch wenn nicht klar war, wie die Aktion enden würde. Sie ist genauso gehorsam wie in 2,22-23. Das ist Hingabe mit letzter Konsequenz, die kein Risiko scheut.

Boas ist keineswegs entrüstet über Ruts Aufforderung, sie zu heiraten (V.9), sondern segnet sie und verspricht, alles zu tun, was sie wünscht. Er preist ihre Treue Noomi gegenüber. Scheinbar ging er davon aus, dass Rut problemlos einen jüngeren Mann gefunden hätte und preist sie dafür, dass sie nun einen älteren Mann heiraten will, um ihre Verpflichtungen ihrem ersten Ehemann Machlon und dem Familiennamen Elimelechs gegenüber zu erfüllen (V.10). So erweist sie auch ihre letzte Treue Noomi gegenüber. Der Fortgang der Geschichte zeigt, dass Boas nicht nur die Nachkommenschaft Noomis sichert (4,13ff), sondern auch ihr leibliches Wohlergehen (2; 3,17; 4,15). Beides hätten die jüngeren Männer vermutlich nicht gewollt bzw. nicht gekonnt. Auch als Christ steht man in der Gefahr, falsche Ziele zu verfolgen, die zeitweilig Erfüllung bringen, aber letztendlich nicht zur Erlösung führen. Rut dagegen wählt den Weg, der sie und Noomi langfristig weiterführt. Dadurch werden beide, Rut und Noomi, Stammmütter Davids und Jesu (4,17).