Offenbarung 9,13-21

Dez 17

Heutige Bibellese:

Esra 5,2-6,22 / Offenbarung 9,1-21 / Psalm 136,1-26 / Sprüche 29,26-27


Diese Verse beziehen sich, wie auch Kapitel 8, auf das wiederhergestellte Römische Reich (Westeuropa), denn der Drache in 12,4 weist Kennzeichen dieses Reiches auf; der Satan hat die Macht über diesen „dritten Teil“ (vgl. V.15.18). Doch anders als in Kapitel 8 ergeht das Gericht hier nicht über die Lebensverhältnisse der Menschen, und erfolgt nicht so sehr durch Irrlehren (V.10.19; Jes 9,14), sondern durch Krieg.

Dieses Gericht geht vom goldenen Altar, dem Rauchopferaltar, aus, dem Symbol der Fürbitte des Herrn für die Glaubenden. Dieses Gericht kann daher als Antwort Gottes auf das Flehen der Heiligen aufgefasst werden (6,9-11; 8,3).

Die Engel, die hier am großen Strom Euphrat gebunden sind (V.14-15), müssen gefallene Engel sein (2.Pt 2,4; Jud 6). Normale Engel sind dienstbereit (Hebr 1,14) und nicht gebunden. Der Euphrat ist die Grenze Israels (im weitesten Sinne, 1.Mo 15,18) zu den östlichen Mächten, besonders Assyrien. Zur Zeit des Johannes war er auch die Grenze zwischen dem Römischen Reich und den Mächten des Ostens. Die Engel (wie auch die übrigen Gerichte) stehen schon lange bereit und „warten“ darauf, dass der Zeitpunkt ihrer Erfüllung gekommen ist. Ein gewaltiges Heer (200 Millionen Reiter) rückt von Osten heran. Die Reiter kommen mit „Feuer und Schwefel“ (V.17-18), was an den Feuersee, der mit Schwefel brennt (14,10; 21,8), erinnert. Diese höllischen Waffen dienen sowohl der Verteidigung (Panzer) als auch dem An­griff (Löwenköpfe). Es sind fürchterliche dämonische Mächte, die über die drei Plagen Feuer, Rauch und Schwefel verfügen und damit den dritten Teil der Menschen (also im weströmischen Gebiet) töten. Dennoch tun die Überlebenden nicht Buße von ihren Sünden, sondern verharren im Götzendienst (V.20-21).


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