Offenbarung 8,3-5
Heutige Bibellese:
Sacharja 14,1-21 / Offenbarung 8,1-13 / Psalm 135,1-21 / Sprüche 29,24-25
In der Offenbarung ist öfter von einem „anderen Engel“ die Rede. Hier (V.3) sowie in 10,1; 14,6; 18,1 scheint damit Christus selbst gemeint zu sein, aber nicht immer (vgl. 7,2; 14,15-18). Die Identifikation Christi mit einem Engel ist nichts Neues, denn schon im AT tritt er als Engel des Bundes oder Engel des HERRN auf. Dass hier Jesus selbst am Werk ist, wird daraus ersichtlich, dass er den Gebeten der Heiligen vor Gott Wohlgeruch und Wirksamkeit (Kraft) gibt. Dazu ist nur Er als Hohepriester vor Gott fähig!
Zunächst sehen wir ihn am Altar, wo er Fürbitte für die Heiligen tut. Er hat ein Räucherfass und nimmt viel Räucherwerk (der Wohlgeruch seiner eigenen Vollkommenheit, mit dem er auch unsere Gebete vor Gott angenehm macht, Hebr 13,15; 1.Pt 2,5), um es für die Gebete der Heiligen zu verwenden. Diese Heiligen aus der Drangsalszeit besitzen nicht den Heiligen Geist wie wir und haben seine Fürbitte deshalb noch nötiger als wir. Er selbst hat die Glaubenden für sich erworben, nun tritt er für sie ein!
Schließlich sehen wir den Engel Feuer vom Altar nehmen, um es auf die Erde zu werfen. Er selbst ist es also, der die Gerichte ausführt (und wer anders als unser Herr sollte das Recht dazu besitzen?). Der Altar ist der Brandopferalter (wie immer, wenn Altar ohne weitere Zusätze in der Offenbarung genannt wird; allerdings ist die Sprache symbolisch, da es im Himmel keinen buchstäblichen Altar wie bei der Stiftshütte bzw. dem Tempel gibt). Das Feuer auf dem Altar brannte ununterbrochen und verzehrte die Brandopfer, die für Gott zugunsten derer bestimmt waren, die dadurch versöhnt und geheiligt werden sollten. Diese Brandopfer des AT wiesen auf das vollkommene Brandopfer Jesus Christus hin. Das gleiche Gerichtsfeuer, das Ihn traf, als er das Gericht für alle Glaubenden trug, wird nun auf die Erde geworfen, um die Zeit der schrecklichen Gerichte über alle Nichtglaubenden einzuleiten.