Offenbarung 6,12-17
Heutige Bibellese:
Sacharja 10,1-11,17 / Offenbarung 6,1-17 / Psalm 133,1-3 / Sprüche 29,21-22
In diesem Abschnitt sind die Verse 15-17 wörtlich zu verstehen, während die Verse 12-14 symbolisch gemeint sein müssen. Denn wenn die Sonne schwarz wäre und die Sterne auf die Erde fielen, wäre kein Leben mehr möglich. Außerdem folgen noch weitere Gerichte, an denen die Sonne beteiligt ist. Und wenn alle Berge verrückt würden, könnten sich die Menschen nicht mehr in ihnen verstecken.
Im AT werden Sonne, Mond und Sterne auch als Bilder für mächtige Herrscher benutzt. Dass die Himmelskörper ihren Glanz verlieren, meint dann, dass die Herrscher, die moralisches Licht verbreiten sollten, diesen Glanz verlieren, gestürzt werden oder anderen Menschen Tod bringen („Blut“). Der Himmel selbst verschwindet wie ein zusammengerolltes Buch, so dass das himmlische Licht (die Gedanken und Ratschlüsse Gottes) verfinstert wird. Auch die Berge (starke Herrscher bzw. große, unbewegliche Mächte, Jer 51,24-25; Dan 2,35.44) und Inseln (Handelsmächte, Jes 23,2; Hes 27,15) werden weggerückt. Das ganze Weltgefüge bricht auseinander, eine gewaltige Revolution überrollt die ganze Erde. Aus diesem Chaos kann die Diktatur des Alleinherrschers des Römischen Reiches hervorkommen, die in Off 13 näher gezeigt wird.
Die Erschütterungen, die über die Erde gekommen sind, sind so entsetzlich und beängstigend, dass alle Menschen in den Höhlen und Felsen der Erde Zuflucht suchen. Diesmal sind auch die gesellschaftlich Starken betroffen. Alles, worauf sie ihr Vertrauen gesetzt haben (Reichtum, Wirtschaftskraft, Industrie usw.) ist zusammen gebrochen. Zum ersten Mal beginnen sie zu verstehen, dass Gott und das Lamm die Ursache für diese Gerichte sind. Doch dies waren erst die „Wehen“ (Mt 24,8). Der große Tag des Zornes ist erst der Tag des Wiederkommens Christi. Und anstatt Buße zu tun, wünschen sie sich den Tod (V.16)!