1.Johannes 2

Nov 29

Heutige Bibellese:

Daniel 6,1-29 / 1.Johannes 2,1-17 / Psalm 119,137-160 / Sprüche 28,17-18


Leider geben die meisten Bibelübersetzungen die Struktur dieses Kapitels nicht korrekt wieder (eine Ausnahme bildet die Unrevidierte Elberfelder Bibel).

In den Versen 1, 12 und 28 sind die „Kinder“ angesprochen, d.h. die ganze Familie Gottes. Dagegen werden in V.13-18 verschiedene Wachstumsstufen der Glaubenden unterschieden: Väter, junge Männer und Säuglinge bzw. Kindlein (in V.13.18 ist im Griechischen ein anderes Wort gebraucht als in V.1.12.28). Diese Struktur wird noch dadurch unterstützt, dass in V.13-14 „schreiben“ in der Gegenwartsform steht, ab „Väter“ in V.14 sowie in V.21 dagegen in der Vergangenheitsform.

Väter in Christo sind solche, die den erkannt haben, der von Anfang an ist, d.h. Jesus Christus (V.13; 1,1). Tiefe Erkenntnis und Wertschätzung seiner Person sind Kennzeichen geistlicher Reife. So bezeugt z.B. Paulus, dass das Leben für ihn Christus ist und er nur diesen einen Wunsch hat: Christus zu gewinnen (Phil 1,21; 3,8)! Weil dies das höchste Gut des Glaubenden ist, wünscht er, dass Christus in den Herzen der Glaubenden wohne, sie dadurch zu immer weiterer Erkenntnis geführt werden möchten, insbesondere was die Liebe Christi betrifft, um dadurch zur „ganzen Fülle Gottes“ erfüllt zu werden (Eph 3,17-19). Dass die „Väter“ den größten Fortschritt im Glauben gemacht haben, wird auch dadurch deutlich, dass bei ihrer zweiten Adressierung in V.14 keine Ermahnung hinzugefügt wird.

Auch die „jungen Männer“ haben schon Fortschritte im Glauben gemacht. Ihr Glaube wurde bereits auf die Probe gestellt und sie haben den Bösen überwunden, so dass die Kraft des neuen Lebens in ihnen sichtbar wurde. Ihre Kraft und Stärke hatten sie aus dem Wort Gottes selbst (V.14).

Säuglinge rufen durch den Geist der Sohnschaft: „Abba, Vater!“ (Röm 8,15). Sie kennen Gott als Vater.


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