Offenbarung 15,1.5-8
Heutige Bibellese:
Esra 10,1-44 / Offenbarung 15,1-8 / Psalm 142,1-8 / Sprüche 30,15-16
In 11,15 wurde bereits die siebte Posaune geblasen und das Kommen des Reiches Christi angekündigt. Doch zuvor muss der Grimm Gottes vollendet werden. Dies geschieht durch die sieben Schalengerichte, die zur siebten Posaune gehören. Nach der siebten Schale kündigt das „Es ist geschehen!“ die Vollendung des Grimmes Gottes an. Darauf folgt (nach einem erneuten Einschub) das Wiederkommen Christi (19,11). Zu diesem Zeitpunkt wird der schon in 6,16-17 erwartete Zorn des Lammes über die Menschen kommen. Dieser besteht aus dem Treten der Kelter (d.h. der Ausführung) des Zornes Gottes (19,15).
Bevor die letzten Gerichte beginnen, wird der Tempel Gottes erneut geöffnet (vgl. 11,19). Unser Blick wird nicht auf Gottes Thron, das Symbol seiner Regierungsgewalt, gelenkt, sondern auf den Tempel, was an seine Heiligkeit erinnert und an die Notwendigkeit des Gerichtes über alles Unheilige. Er wird hier „Hütte des Zeugnisses“ genannt, was an die beiden Tafeln denken lässt, auf denen das Zeugnis Gottes, sein Gesetz, geschrieben stand. Nach diesem Gesetz wird er nicht nur das untreue Israel, sondern die ganze Welt richten.
Sieben Engel treten aus dem Tempel hervor. Sie haben sieben Plagen. Bekleidet sind sie mit reinem glänzenden Leinen. Ihre Reinheit steht im Gegensatz zu der Unreinheit der Menschen, über die sich der Grimm des Zornes Gottes ergießen wird. Die Macht und Herrlichkeit Gottes erscheint hier nicht als Wolke, sondern als Rauch, was auf das Gerichtsfeuer hinweist, das durch seine Macht von seiner Herrlichkeit ausgeht (14,11; Ps 18,7-9; Jes 6,2-3; 2.Mo 40,34-35). In diesem schrecklichen Augenblick der Vollendung des Zornes Gottes kann niemand den Tempel betreten; es gibt keine Möglichkeit der Fürbitte mehr (vgl. Jer 15,1; Hes 14,12-20).