Offenbarung 10,1
Heutige Bibellese:
Ester 1,1-3,15 / Offenbarung 10,1-11 / Psalm 137,1-9 / Sprüche 30,1-4
Erneut wird die Abfolge der Gerichte für einen Einschub unterbrochen. Diese Einschübe sind erforderlich, um zusätzliche Informationen über bestimmte Personen und Ereignisse zu vermitteln, die während der Gerichte auftreten und die für das Verständnis notwendig sind.
Gegenstand dieses Einschubs ist die Stadt Jerusalem (11,2) – die Stadt, bei der der Herr Jesus bei seinem Wiederkommen erscheinen wird. Der Ölberg, auf dem seine Füße dann stehen werden (Sach 14,4), um die letzten Feinde zu vernichten, liegt direkt östlich von Jerusalem. Die siebte Posaune, die die letzten Gerichte ankündigt, führt direkt in diese Zeit, die damit endet, dass der Herr sein Reich aufrichtet (11,15-18). Der Einschub in Kap. 11 zeigt, was vor dem Kommen des Herrn in dieser Stadt geschieht.
Doch davor wird uns eine Person gezeigt (V.1), die als „anderer starker Engel“ beschrieben wird. Damit ist niemand anders gemeint als unser Herr Jesus selbst. Er erscheint hier noch nicht in seiner höchsten Würde als das Lamm, das überwunden hat, denn als solches wird Er erst gesehen, wenn Er auf die Erde zurückkehrt (17,14). Doch je mehr die Gerichte dem Ende entgegen gehen und deutlicher als Gerichte Gottes erscheinen (anstatt indirekt zu sein, wie noch in Kap. 6), desto mehr tritt seine Würde in den Vordergrund, bis er schließlich selbst erscheint – das Herabkommen aus dem Himmel ist bereits ein erster Hinweis auf das Wiederkommen. Die Wolke ist ein typischer Wohnort Gottes und auch die Wolkensäule erinnert an die Gegenwart Gottes (Ps 104,3; Dan 7,13; 2.Mo 13,21-22). Den Regenbogen sahen wir schon in 4,3 um den Thron, d.h. in Verbindung mit Gott. Auch die Erwähnung von Sonne (vgl. Mt 17,2) und Feuersäulen (1,15) zeigt, dass hier Jesus Christus erscheint.