Offenbarung 8,1-13

Dez 16

Heutige Bibellese:

Sacharja 14,1-21 / Offenbarung 8,1-13 / Psalm 135,1-21 / Sprüche 29,24-25


Als das siebte Siegel geöffnet wird, entsteht im Himmel für etwa eine halbe Stunde ein Schweigen (V.1) – die Ruhe vor dem großen Sturm. Die Gerichte werden also kurze Zeit angehalten. Vielleicht finden die Ereignisse in V.3-5 in dieser Zeit statt. Danach erscheinen die sieben Engel, die vor Gott stehen. Der Artikel „die“ kennzeichnet sie als eine besondere Gruppe, und dass sie direkt vor Gott stehen, zeigt ihre herausgehobene Stellung. Nach jüdischer Tradition stehen sieben Erzengel vor Gott, deren Aufgabe es ist, die Gebete der Heiligen als Opfer darzubringen (vgl. V.3-5). Die Engel erhalten sieben Posaunen, mit denen sie die Gerichte einleiten. Diese sieben Posaunen bilden zusammen das Gericht des siebten Siegels.

Die ersten vier Posaunengerichte sind schon deutlich heftiger als die Siegelgerichte, betreffen aber nur die Lebensverhältnisse der Menschen. Erst ab dem fünften Posaunengericht bricht die akute Phase der Gerichte an, in der die Menschen selbst Gegenstand der Gerichtshandlungen sind. Die letzten drei Posaunengerichte sind auch dadurch von den ersten vier abgehoben, dass sie jeweils von einem Wehe-Ruf begleitet sind (V.13).

Der Adler, Symbol der Schnelligkeit, deutet die Geschwindigkeit an, mit der die Gerichte aus dem Himmel kommen. So wie der Adler sich aus großer Höhe schnell auf die Beute stürzt, so wird es auch mit den Gerichten sein. Die „Beute“ der Gerichte sind nicht die Glaubenden, sondern diejenigen, die „auf der Erde wohnen“ (V.13). Zwar befinden sich auch die Glaubenden auf der Erde, aber ihr Zuhause ist im Himmel. Sie sind in der Welt, aber nicht von der Welt (Joh 15,19). Die „auf der Erde wohnen“ bezieht sich in der Offenbarung immer auf die, die sich hier zu Hause fühlen, die zur Erde gehören und mit ihr gerichtet werden.


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