Offenbarung 6,9-11

Dez 14

Heutige Bibellese:

Sacharja 10,1-11,17 / Offenbarung 6,1-17 / Psalm 133,1-3 / Sprüche 29,21-22


Beim fünften Siegel sehen wir den himmlischen Altar und darunter Seelen geschlachteter Märtyrer, die ihr Leben um des Wortes Gottes und des Zeugnisses willen geopfert haben. Sie befinden sich unter dem Altar, weil das Blut von Schlachtopfern an den Fuß des Brandopferaltars gegossen wurde (2.Mo 29,12; 3.Mo 4,7). Nach 3.Mo 17,14 ist das Blut mit der Seele identisch, so dass wir hier die Seelen sehen. Den Vergleich des Märtyrertodes mit einem Schlachtopfer finden wir schon bei Paulus (Phil 2,17; 2.Tim 4,6).

Doch wer sind diese Märtyrer? Sie gehören nicht zur Gemeinde, denn die Glaubenden des Gemeindezeitalters haben bereits bei der Entrückung Herrlichkeitsleiber empfangen (1.Kor 15,52), während hier körperlose Seelen zu sehen sind. Es handelt sich also um Menschen, die nach der Entrückung zum Glauben gekommen sind, weil auch in dieser Zeit noch ein Evangelium verkündigt wird; allerdings nicht das Evangelium Jesu Christi, sondern das Evangelium des nun wirklich nahe bevorstehenden Reiches (Mt 3,2; 24,14). Dazu passt auch ihr Wunsch nach Rache (V.10), der typisch alttestamentlich ist, während Glaubende des Gemeindezeitalters in der Kraft des Heiligen Geistes selbst für ihre Feinde Fürbitte tun (vgl. Stephanus, der dem Vorbild Jesu Christi folgt, Lk 23,34; Apg 7,60). Doch mit der Entrückung hat auch der Heilige Geist diese Erde verlassen. Dass diese Märtyrer keine persönliche Beziehung zu Jesus Christus haben, wird auch dadurch deutlich, dass sie nicht ihn, sondern Gott anrufen. Dass Gott ihnen ein weißes Gewand schenkt, bestätigt ihre Gerechtigkeit und kennzeichnet sie als würdige Überwinder.

Diese Glaubenden sind vor der großen Drangsal gestorben. Bald werden ihnen weitere Brüder folgen, die in der großen Drangsal (ab Kap. 8) getötet werden (V.10).


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