Offenbarung 18
Heutige Bibellese:
Nehemia 5,14-7,72 / Offenbarung 18,1-24 / Psalm 145,1-21 / Sprüche 30,21-23
Hier sehen wir Rom (Babylon) als Wirtschaftsmacht. Ihre Handelswaren (V.12-13) lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen: Schmuck, feine Kleiderstoffe, kostbare Gegenstände (Thujaholz bis Marmor), Gewürze und Räucherwerk, Speisen und Getränke, Transportmittel bis hin zu „Leibern und Menschenseelen“. Diese Wirtschaftsgüter spielen auch in der römisch-katholischen Kirche selbst eine große Rolle. Die Kirchen sind prunkvoll gebaut und ausstaffiert, die kirchlichen Würdenträger kleiden sich mit kostbaren Gewändern, es gibt Weihrauch und durch den Ablasshandel wird bis heute Handel mit Menschenseelen getrieben (z.B. gab es zum Jahr 2000 wieder einen großen Jubiläumsablass). Rom vertraut auf seine politische und wirtschaftliche Macht, anstatt auf Gott – doch Gott wird diese zerschlagen. Gleiches wird mit der Kultur geschehen (V.22). In den Jahren 500 bis 1500 beherrschte die römische Kirche die westliche Kultur, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Malerei und Musik. Menschen sind auf Kultur hin angelegt, doch als Christen müssen wir zwischen Kultur zur Ehre Gottes und gottloser Kultur unterscheiden. Die erste Kultur, die in 1.Mo 4 entstand, war bereits gottlos. Und fast alle menschliche Kultur befindet sich in diesem Zustand. Deshalb wird auch sie vernichtet.
Doch die größte Sünde sowohl des Römischen Reiches als auch der röm.-kath. Kirche ist, dass sie das Blut der Heiligen vergossen hat und vergießen wird (V.20.24; 17,6; 19,2). Sie hat nie aufgehört, sich gegen die Religionsfreiheit zu wehren und ist vor Blutvergießen nicht zurückgeschreckt. Deshalb wird sie doppelten „Lohn“ für ihre Werke empfangen (V.5-6).
Nachdenklich stimmt V.4: Wer sich von diesem bösen System Roms nicht distanziert, nimmt an ihren Sünden teil, auch wenn er selbst nichts Böses tut (vgl. 2.Tim 2,19-22; 2.Joh 11)!