Offenbarung 17,14-17

Dez 25

Heutige Bibellese:

Nehemia 3,14-5,13 / Offenbarung 17,1-18 / Psalm 144,1-15 / Sprüche 30,18-20


In 16,19 wird Babylon infolge der siebten Schale, die nach Anordnung Gottes ausgegossen wird, vernichtet. Dies erfolgt am Ende der großen Drangsal. Vers 16 scheint dem zu widersprechen, weil hier die zehn Könige des Römischen Reiches mit der Hure abrechnen und ihr den Garaus machen werden. Doch es geht hier um unterschiedliche Ereignisse. In der Mitte der letzten sieben Jahre, wenn der Satan auf die Erde geworfen wird (12,9) und die große Drangsal beginnt, wird er keine andere Religion dulden als nur den vom Antichrist eingerichteten Götzendienst (13,14-15). Auch das Tier wird, da es alle Macht besitzt, den Einfluss der Kirche im Westen nicht länger dulden wollen. Das rote Tier, auf dem die Frau sitzt, wird diese nicht länger tragen wollen. Deshalb werden die zehn Könige zu Beginn der großen Drangsal einmütig handeln und die religiöse Macht der dann noch bestehenden (katholischen) Kirche vernichten. Doch mit ihrem Hass erfüllen sie Gottes Plan, denn er hat es in ihre Herzen gegeben, gegen die Hure vorzugehen und die von ihm abgefallene falsche Christenheit zu vernichten.

Doch nachdem die religiöse Macht Roms gebrochen ist, existiert immer noch ihre politische, wirtschaftliche und kulturelle Macht. Diese wird bis zum Ende bestehen bleiben (16,19; Kap.18) und auch vom Tier ausgenutzt werden. Wenn am Ende das wirtschaftliche und gesellschaftliche Machtgefüge Roms vernichtet wird, dann weinen die Könige (18,9), während sie das religiöse Rom nicht vermisst haben. Die Hure Babylon steht also für das religiöse, die große Stadt Babylon für das entleerte politische, wirtschaftliche, kulturelle System.

Die Berufenen und Auserwählten, die das Lamm begleiten, wenn es auf die Erde kommt und die Könige vernichtet (Kap. 19), sind die Glaubenden, die sich noch im Himmel befinden (Eph 1,4).


Nächster Tag Vorheriger Tag