Offenbarung 14,6.14-20

Dez 22

Heutige Bibellese:

Esra 8,21-9,15 / Offenbarung 14,1-20 / Psalm 141,1-10 / Sprüche 30,11-14


Die beiden letzten Szenen in Kapitel 14 gehören chronologisch zum Wiederkommen Christi, das in 19,11-16 beschrieben wird. Trotz der zurückhaltenden Formulierung „gleich einem Menschensohn“ (V.14) ist der Menschensohn Christus gemeint. Die Wolkensäule war schon im AT ein Zeichen der Gegenwart Gottes (2.Mo 13,21-22) und Wolken werden auch das Wiederkommen Christi begleiten (Mt 24,30; Apg 1,9-11). Die goldene Krone zeugt von der Königswürde des Herrn.

Die Weizenernte führt zur Scheidung von Weizen und Unkraut (Mt 13,24-30.36-43), d.h. von Guten bzw. Gerechten und Bösen. Deshalb wird Christus hier nicht mit einem Schwert (einer Vernichtungswaffe), sondern mit einer Sichel gesehen. Bevor die Bestrafung kommt, muss geerntet werden. Die Ernte ist überreif (V.15) – so lange hat die Langmut Gottes den Menschen Zeit zur Buße gewährt (2.Pt 3,9). Nach der Ernte werden die Gerechten lebend in das Tausendjährige Reich eingehen, während die Bösen zur ewigen Strafe hingehen müssen (Mt 25,31-46). Das Gericht über die Bösen wird durch die Traubenlese beschrieben. Auch dieses wird von dem Engel mit der Sichel (Christus) ausgeführt (vgl. 19,15; Jes 63,3). Die „große Kelter“ ist der Grimm Gottes (V.19).

Der Weinstock stellt Menschen dar, von denen Gott Frucht erwarten kann. Zunächst war Israel sein Weinstock (Jes 5,1-7; Hos 10,1; 14,8). Dann kam der Herr Jesus als wahrer Weinstock und verband sich mit den Glaubenden (Reben), damit er durch sie Frucht trägt. Doch diejenigen, die nicht wirklich mit ihm verbunden sind, werden gerichtet werden (Joh 15,1-6). Kann­ Gott nach Verkündigung des ewigen Evangeliums (V.6) nicht von allen Menschen die Frucht des Glaubens an den Schöpfer erwarten? Das Gericht wird in Israel, außerhalb Jerusalems stattfinden (V.20).


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