Hesekiel 32

Nov 15

Heutige Bibellese:

Hesekiel 31,1-32,32 / 1.Timotheus 1,1-20 / Psalm 114,1-8 / Sprüche 27,17-18


Kapitel 32 wird auf das 12. Jahr nach der Wegführung Jojachins datiert, die 597 v.Chr. stattfand. Der 12. Monat des 12. Jahres fällt etwa auf den März 585 v.Chr., d.h. auf das Jahr nach der Zerstörung Jerusalems und zwei Monate, nachdem die Nachricht vom Fall Jerusalems nach Babel gekommen war (33,21). (Zedekia war bereits im vierten Monat des Jahres gefangengenommen und Jerusalem im fünften Monat verbrannt worden; damals dauerte es etwas länger, bis sich Nachrichten verbreiteten, als in unserem Computer- und Smartphone-Zeitalter.) Sicher waren viele Judäer in Babel gerade zu dieser Zeit nicht gut auf Ägypten zu sprechen, weil es sein Bündnis mit Israel gebrochen hatte und gegen die Babylonier nicht zu Hilfe gekommen war. Doch selbst die Hilfe Ägyptens hätte nichts genutzt; Ägypten würde selbst unter das Schwert des Königs von Babel kommen (V.14-16).

Im letzten Teil (ab V.17) fällt die häufige Erwähnung von Gräbern auf. Es geht um die Nationen, deren Gräber im Totenreich um das Grab Ägyptens herum sind. Genannt werden Assur, Elam (eine kriegerische Nation östlich von Babel; 1.Mo 14,1), Meschech-Tubal (zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer; in Kap. 38-39 wird Meschech-Tubal als Bündnispartner von Gog und Magog erwähnt) und Edom (Südjordanien), die Fürsten des Nordens (vielleicht phönizische Stadtstaaten, die mit Sidon in Verbindung standen) sowie die Sidonier. Die schreckenverbreitende Macht dieser Krieger war vergangen. Jetzt mussten sie das Gericht erleiden, das ihren Sünden entsprach. Und der Pharao von Ägypten würde ihnen bald in das Totenreich folgen, weil auch er im „Land der Lebenden“ Schrecken verbreitete (V.32).

Die wiederholte Erwähnung von Gräbern ist insofern bemerkenswert, als Ägypten eine Kultur des Todes hatte. Die prächtigen Bauwerke, die Pyramiden, waren keine Paläste für Lebende, sondern Begräbnisstätten! Alles drehte sich um den Tod; eine Auferstehungshoffnung kannte man nicht. Die Grabbeigaben waren für das Leben im Totenreich gedacht.

Doch der HERR hat kein Gefallen am Tod des Gottlosen:

[...] So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR: Wenn ich Gefallen habe am Tod des Gottlosen! Wenn nicht vielmehr daran, dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! [...] (Hes 33,11)

Gott ist ein lebender Gott („so wahr ich lebe“). Deshalb möchte er nicht, dass die Gottlosen sterben, sondern ruft vielmehr zur Umkehr auf. Das gilt bis heute! Zu jeder Zeit beruft Gott sich Boten, durch die er die Menschen zur Umkehr aufruft. Auch uns möchte er dazu benutzen (Mt 28,19). Lassen Sie sich zu dieser wichtigen Aufgabe gebrauchen?

So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! (2.Kor 5,20)


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