Jeremia 45

Sept 22

Heutige Bibellese:

Jeremia 44,15-46,28 / Apostelgeschichte 21,1-17 / Psalm 68,1-19 / Sprüche 24,3-4


Dies ist das kürzeste Kapitel im Buch Jeremia. Jeremia empfing dieses Wort an Baruch bereits im vierten Regierungsjahr Jojakims (605 v.Chr.), also genau in der Zeit, in der Baruch die Worte, die der HERR zu Jeremia geredet hatte, auf eine Schriftrolle schrieb, die im nächsten Jahr im Tempel verlesen wurde (Kap. 36,1-10).

Baruch war nicht nur von seiner Schreibarbeit verausgabt, sondern auch emotional erschöpft. Er hatte wie Jeremia Mitgefühl für sein Volk und teilte dessen Kummer und Schmerz angesichts der düsteren Zukunftsaussichten (V.3). Doch neben diesen edlen Charakterzügen finden sich bei ihm auch egoistische Gedanken. Scheinbar erwartete er etwas Großes für sich selbst. Vielleicht eine Art Belohnung dafür, dass er nicht so abtrünnig war wie die Mehrzahl des Volkes. Die fleischliche Natur in uns strebt immer nach Großem und Höherem. Doch dieser Stolz des alten Menschen muss entthront werden. In diesem Leben sind wir nicht zu Höherem berufen, sondern dazu, Diener Christi zu sein. Das bringt normalerweise mehr Leid mit sich als Anerkennung. Wer dagegen danach strebt, in der Welt „groß rauszukommen“, d.h. sich den Beschäftigungen dieses Lebens hingibt, ist für den Dienst Christi nicht mehr gut zu gebrauchen:

Nimm teil an den Leiden als ein guter Streiter Christi Jesu! Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat. (2.Tim 2,3-4)

Zählt die Anerkennung unseres Herrn nicht viel mehr als Ehre in dieser Welt, die doch keinen Ewigkeitswert hat?

Und du, du trachtest nach großen Dingen für dich? Trachte nicht danach! [...] (Jer 45,5)

Baruch bekam die Zusicherung, dass bei allem Unheil, das über seine Zeitgenossen kommen würde, er mit dem Leben davonkäme (V.5). Das musste ihm als Trost genügen. Uns ist sogar das ewige Leben zugesichert! Das sollte Grund genug sein, sich nicht an Nichtigkeiten dieses Lebens zu klammern, sondern nach Bleibendem zu streben!

Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. (1.Kor 9,25)