Markus 6,17-18

Febr 22

Heutige Bibellese:

2.Mose 30,11-31,18 / Markus 6,1-29 / Psalm 40,1-18 / Sprüche 10,15


Um die Frau seines Bruders Philippus zu heiraten, verstieß Herodes seine damalige Frau, eine nabatäische Prinzessin. Die Nabatäer hatten im 6. Jh. v. Chr. das Gebiet Edoms erobert. Seine größte Blüte erreichte das Nabatäerreich aber erst unter König Aretas IV (9 v. – 40 n. Chr.), d.h. zur Zeit Jesu. Herodes hatte die Tochter des Königs Aretas zur Frau, die er jedoch zugunsten der Frau seines Bruders verstieß. König Aretas ließ die Schmach, die Herodes seiner Tochter angetan hatte, nicht auf sich ruhen. Er zog gegen ihn in den Krieg und schlug das Heer des Herodes vernichtend. Die Juden sahen darin eine Strafe Gottes für die Ermordung Johannes des Täufers. (Zu König Aretas vgl. auch 2.Kor 11,32.)

Herodes verstieß mit dieser Handlung gleich gegen mehrere Gebote Gottes. Im Judentum war Scheidung zwar erlaubt, wenn an der Frau etwas Anstößiges gefunden wurde (5.Mo 24,1), aber nicht, wenn man plötzlich eine andere Frau „attraktiver“ fand. Außerdem stellt Jesus später klar, dass Scheidung prinzipiell den Gedanken Gottes zuwider ist und nur ein Zugeständnis aufgrund der Herzenshärtigkeit der Menschen war (10,4-9; Mal 2,16). Die Frau eines anderen Mannes zu heiraten (solange dieser noch lebte), machte die Frau unrein und war ein Gräuel in den Augen Gottes (5.Mo 24,4). Und gar die Frau des Bruders zu nehmen, stellte sowieso einen Tabubruch dar (3.Mo 18,16).

Auch unter Christen kommt es immer häufiger zu Scheidungen. Im Einzelfall mag dieser Schritt menschlich gesehen sehr gut nachvollziehbar sein. Doch vergessen wir nicht: Gott hasst Scheidungen (Mal 2,16)!