Johannes 10,34-36

Mai 19

Heutige Bibellese:

1.Samuel 1,1-2,21 / Johannes 10,22-42 / Psalm 116,1-19 / Sprüche 15,12-14


Die Schrift kann nicht aufgelöst werden! Die Bibel ist so wertvoll, weil sie Gottes Wort ist. Ihre Unvergänglichkeit und Unauflösbarkeit macht sie noch wertvoller. Sie enthält nicht nur zeitliche (d.h. auf das Irdische beschränkte) Aussagen, sondern ewige, unvergängliche Wahrheiten. Sie ist ein großer Schatz und wer sie gründlich erforscht, wird viele Kostbarkeiten ans Licht befördern. Das zeigt insbesondere der Umgang Jesu mit der Schrift. Wir können nur staunen, mit wie viel Weisheit er sie benutzt, um die Argumente der Juden zu widerlegen. Doch auch bei Petrus und anderen geistgeleiteten Dienern Gottes finden wir unerwartete Auslegungen des AT, was uns den Reichtum und die Tiefe der Schrift beweist (allerdings dürfen wir nicht zu weit gehen und in Spekulationen verfallen).

Mithilfe der Schrift konnte Jesus sehr elegant beweisen, dass sein Anspruch, Sohn Gottes zu sein, keine Gotteslästerung ist. Ps 82, dem das in V.34 angeführte Zitat entnommen ist, ist sehr interessant. Er handelt davon, dass Gott die „Götter“ (womit wohl die Richter oder Obersten in Israel gemeint sind) richten wird, weil sie ungerecht richten und die Gottlosen begünstigen. Dann sagt Gott: „Ihr seid Götter, Söhne des Höchsten seid ihr alle! Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, wie einer der Obersten werdet ihr fallen.“ (Ps 82,6-7). Der Psalm endet damit, dass Gott aufgefordert wird, die Erde zu richten, damit er alle Nationen als Erbteil erhält. Jesus zitiert den Schluss nicht, doch die Juden kannten ja den Rest des Psalms. Ob sie den versteckten Hinweis erkannten, dass ihre Tötungsabsicht gegen Jesus ebenfalls Unrecht war, wie auch der spätere Prozess? Auch in Gleichnissen hat er ihnen zu verstehen gegeben, dass ihr Gericht bevorstand und dass Gott sich den Nationen zuwenden würde (V.16; Mt 21,41)!