Offenbarung 2,6.10.12-17

Dez 09

Heutige Bibellese:

Sacharja 2,5-3,10 / Offenbarung 2,1-17 / Psalm 128,1-6 / Sprüche 29,9-11


In Smyrna war der Satan als brüllender Löwe aufgetreten, um die Gemeinde durch Verfolgungen zum Abfall zu bringen, doch sie blieb treu (V.10; 1.Pt 5,8). In Pergamon änderte er seine Taktik. Im Jahr 313 n.Chr. bekehrte sich Kaiser Konstantin zum Christentum und erhob das Christentum zur Staatsreligion. Die besten Stellen wurden nur noch mit Christen besetzt. Nach vielen Jahren der Verfolgung war es plötzlich vorteilhaft, Christ zu sein, so dass viele das Christentum als äußere Religion annahmen, ohne innerlich wiedergeboren zu sein. Die Welt drang ins Christentum ein und mit ihr auch heidnische Bräuche (die „Lehre Bileams“; vgl. 4.Mo 25,1-2).

Dadurch, dass das Christentum unter den Schutz des Kaiser und damit der Welt gestellt wurde, unterstand es plötzlich auch dem Satan, dem Fürsten und Gott der Welt (Joh 12,31; 2.Kor 4,4). Es wohnte beim „Thron des Satans“!

Das Festhalten einiger an der Lehre der Nikolaiten deutet ebenfalls das Fortschreiten des Verfalls an. Nikolaos bedeutet „Überwinder des Volkes (der Laien)“ und weist auf das Entstehen des Klerikalismus hin, des Auftretens einer Klasse von „Geistlichen“, „Priestern“, die über den Laien stehen – entgegen dem biblischen Priestertum aller Glaubenden ohne Rangunterschiede (1,5; Mt 23,8). Schon in Ephesus traten die Werke der Nikolaiten vereinzelt in Erscheinung, d.h. einzelne versuchten, Herrschaft auszuüben (V.6). In Pergamon nun war das Herrschaftsdenken zur anerkannten Lehre erhoben worden.

Angesichts des Verfalls tritt der Herr als Richter mit dem Schwert (seinem Wort, Hebr 4,12; Joh 12,48) im Munde auf (V.12.16).

Gibt es in Ihrer Gemeinde oder in Ihrem persönlichen Leben Bereiche, die noch unter der Herrschaft der Welt und nicht unter der Herrschaft Christi stehen?