1.Samuel 14

Mai 25

Heutige Bibellese:

1.Samuel 14,1-52 / Johannes 14,15-31 / Psalm 119,33-48 / Sprüche 15,27-28


Die Ereignisse dieses Kapitels sind eine fortlaufende Demütigung Sauls. Saul wird zuerst dadurch gedemütigt, dass nicht er den Glaubensmut für den Vorstoß gegen die Philister hatte, sondern sein Sohn Jonatan. Dann befragte er den HERR nicht richtig (V.19). Durch seinen unbesonnenen Schwur (V.34) sorgte er dafür, dass das Volk ermattete und den Philistern keine große Niederlage zufügen konnte (V.30). Dieser Schwur war auch die Ursache dafür, dass das Volk sich versündigte und gierig das erbeutete Fleisch aß, bevor die Tiere ordnungsgemäß ausgeblutet waren (V.32). Schließlich brachte dieser Schwur das Todesurteil über Jonatan, doch die Initiative, sein Leben zu retten, ging nicht von Saul aus, sondern vom Volk – das sich damit gegen seinen König stellte, der an dem Todesurteil festhalten wollte! Welch eine Schande für Saul. (In diesem Fall war es natürlich besser, den Eid nicht zu halten als das größere Unrecht zu begehen, Jonatan zu töten. Noch besser wäre es aber gewesen, Saul hätte die Eide gar nicht ausgesprochen.)

Obwohl die Geschichte Sauls von Halbherzigkeit und Versagen gekennzeichnet ist, findet man dennoch gerade in diesem Kapitel auch drei positive Dinge. Nach dem Sieg über die Philister baut Saul dem HERRN einen Altar. Vor der Errichtung des Tempels finden wir viele Berichte über das Errichten von Altären. Abraham baute dem HERRN mehrere Altäre (1.Mo 12,7-8) und auch Samuel baute dem HERRN einen Altar (7,17). Zwar kann man bei Saul kritisch anmerken, dass er jetzt erst seinen ersten Altar baute (wodurch wieder deutlich wird, dass er eher fleischlich als geistlich gesinnt war), aber er baute immerhin einen Altar (der vermutlich der einzige blieb)!

In Vers 39 erkennt Saul an, dass er nicht durch eigene Kraft gesiegt hatte, sondern dass der HERR Israel errettet und den Sieg geschenkt hatte. Das ist im Vergleich zu seinen sonstigen selbstverherrlichenden Aussagen (z.B. 13,4) ein bemerkenswertes Bekenntnis.

Besonders interessant ist Sauls Erkenntnis, dass Sünde bzw. Schuld die Ursache dafür war, dass Gott ihm nicht antwortete (V.37-38). Prüfen wir auch als erstes, ob wir gesündigt haben, wenn Gott uns nicht antwortet?

Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört. (Jes 59,1-2)